Donnerstag, 6. März 2008

Durch Schnee und Wind

Durch Schnee und Wind ist eine kleine Geschichte, welche ich im Skilager für einige Schülerinnen geschrieben habe, da ich eine Wette verloren hatte.
Nun ich wünsche den angenehmen Leserinnen und Lesern viel Spass und alles gute. Geniesst die Geschichte:

An einem schönen verschneiten Wintermorgen im Oberschattental stieg im kühlen Morgenwind eine dünne Rauchsäule aus dem krummen Kamin des Häuschens der ersten Klasse. Der Hahn hatte soeben seine Kehle mit einem schrillen Ton gefüllt. Die Schülerinnen und Schüler erwachten nach und nach in ihren weissen Federbetten. Der König „Jakob von Thoja“ machte sich auf den Weg die Küken aus ihren Betten zu holen, um sie mit einem lustigen Lied zu wecken. Er sang „Wach auf Nonna“, ein Lied vom zweiten Album des Sängers „Sangool“.
In der Küche brodelte der türkisgrüne Zinnkessel über dem Feuer und Tante Ola rührte mit voller Lebenswonne darin. Sie war gerade daran den allmorgendlichen Kräutertee mit frischen Gartenkräutern aus dem Hexenwald zu brauen. Als König „Jakob von Thoja“ in den Schlafsaal der Küken eintrat, begrüssten ihn die Kinder mit einem lauten „Guten Morgen, lieber König“. Er trällerte und jodelte bis auch die letzten Küken wach waren. Die Küken zogen sich in Windeseile ihre Kostüme über den Kopf und liefen in den Esssaal, um dort den Kräutertee von Tante Ola zu schlürfen. Plötzlich rief das Küken Anna in voller Lautstärke: „Küken, kommt, heute gehen wir auf den Berg hinauf und fahren mit unseren Holzbrettern die Pisten hoch und runter!“ – „Jaaa!!!“, hallte es von den Tischen und die Küken erhoben sich, zogen sich ihre Schneekostüme an, um sich danach auf die silbernen Pferde zu schwingen und den Berg hoch zu traben. Die Haare der Küken flatterten bereits im Wind, als Tante Ola noch mit Tränen in den Augen ihre Hand zum Gruss hob. Auf dem Berg angekommen, rief König „Jakob von Thoja“: „Kinder, nehmt eure sojagrünen Holzbretter und schnallt sie an die Füsse!“ Die Küken sprangen elegant von ihren silbernen Pferden und schnallten sich die Holzbretter an die Füsse. Einige hatten zwei Holzbretter und andere wiederum trugen nur ein, eher dickes, Holzbrett an den Füssen. Die Küken flitzten mit flatternden Haaren die tief verschneiten Hänge hinunter. König „Jakob von Thoja“ an vorderster Front, schrie: „Oh, wie schön!“, worauf die Küken mit einem ohrenbetäubenden „Jupiii!!!“ antworteten und ihre Hinterteile hin und her schwangen.
Doch plötzlich hörten die Küken einen lauten Knall. Die stille Bergidylle war durch einen unnötigen Kanonenschuss des Nachbarlandes gestört worden. Der Schnee auf den Hängen stieg, wie von Geisterhand aufgewirbelt, in die Luft und begann sich um die Küken und den König zu schlingen. Die Küken schrieen verängstigt: „Hilfe, wir werden umschlungen und müssen sterben!“ Der König hingegen brüllte mit seiner tiefen Königsstimme ins Gemenge: „Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen! Nehmt eure Holzbretter und baut eine Holzhütte, zum Schutze vor dem Schneesturm!“ Die Kinder entledigten sich von ihren Brettern und bauten in kürzester Zeit eine kleine gemütliche Holzhütte. Sie drückten sich hinein und warteten auf das Ende des Sturmes. Der König erzählte den Küken zur Beruhigung einige Sagen des Königreichs aus dem Oberschattental. Doch das Ende des Sturmes wollte und wollte einfach nicht nahen. So entschied sich der König, die silbernen Pferde zu rufen um auf ihnen ins Tal zurück zu reiten. Er pfiff durch seine klobigen Finger, und schon standen die Pferde vor der improvisierten Holzbretterhütte. Die Küken strömten aus der Hütte und schwangen sich auf die Pferde, um danach auf ihnen mit grossen Schritten den Berg hinunter zu galoppieren.
Unten angekommen, traten sie voller Angst und mit zersausten Haaren in ihren Unterstand, das Häuschen im Oberschattental ein. Doch dort angekommen, verflog ihre Angst, wie sie den Berg hinunter geritten waren. Tante Ola stand vor einer bronzenen Schüssel und kochte Dampfnudeln. Es roch wie im Schlaraffenland und die Kinder setzten sich an die Tische im Esssaal. Die Kinder schlangen das Essen hinunter und verschwanden danach brav in ihren Schlafsälen um sich dort in ihre dicken Federbetten zu stürzen und innert weniger Sekunden in einen tiefen Schlaf zu versinken. In der Nacht träumten sie von Schnee und Wind und wie der König sie in weiteren unglaublichen Abenteuern rettete. So schliefen die Kinder die ganze Nacht. Und wenn es noch nicht Morgen geworden ist, schlafen die Kinder noch heute in ihren weissen Federbetten…


Zu dieser Geschichte gibt es in wenigen Tagen vielleicht noch ein Bild zu sehen. Nun hoffe ich auf weitere inspirierende Tage und wünsche mir endlich den Frühling!

Det Chef der Zehen grüsst von hier und da

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